Römerroute Rheinhessen

DIE RÖMER IN RHEINHESSEN – INITIATIVEN AM X. RÖMERTAG

■         Das Museum in Alzey präsentiert zum X. Römertag zehn themenbezogene Objekte der Römerzeit, anhand deren gezeigt werden soll, wie über Römerrouten zivilisatorische Innovationen nach Rheinhessen kamen, Handelsbeziehungen gepflegt wurden und das eroberte Gebiet militärisch und administrativ beherrscht wurde. Zudem können die Besucher die umfangreiche Römerabteilung des Alzeyer Museums besichtigen. 

 

■         Im Binger Museum am Strom steht das römische Bingen als Verkehrsknotenpunkt im Mittelpunkt. Bei einer Führung „Brückenbau für junge Besucher“ wird erläutert, wie die Römer einen Fluss überquerten. Ein Workshop zeigt römische Herstellungstechniken von Schmuckstücken.

■         Im Binger Wald können die Besucher mehr über das Leben auf einem römischen Gutshof erfahren. Kostenlose Führungen bieten Einblicke in die Forschungsgeschichte der villa rustica und bieten Einblicke in das Landleben vor 2000 Jahren sowie Wissenswertes über die vielfältigen  Nutzpflanzen, die einst von den Römern vom Tiber an den Rhein gebracht und dort angebaut wurden. Daneben finden römische Spiele für die ganze Familie statt.

■         „Mit der Römerfähre über die Nahe“ heißt ein drittes Projekt aus Bingen, bei dem Besucher/innen unter der Ägide der Denkmalgesellschaft Bingen e.V. auf einer nachgebauten Fähre über den Fluß gebracht werden.

■         Was einst auf römischen Landgütern angebaut wurde, kann in Dexheim, im Weingut Historic, verkostet werden. Dort, in der Vinothek Caupona, werden römische cullinaria kredenzt, die Besucher in historischem Ambiente genießen können. Eine umfassende Ausstellung mit originalen Fundstücken aus der Kelten-, Römer- und Frankenzeit eröffnet den Besuchern Einblicke in die Lebenswelt der rheinhessischen Frühzeit.

■         Dienheim präsentiert mit dem Siliusstein (Replik) ein archäologisches Artefakt, das von der Präsenz römischer Soldaten im antiken Rheinhessen zeugt. Gezeigt wird ferner ein Modell der zwischen Mainz und Worms auf linksrheinischer Seite gelegenen Straßen- und Pferdewechselstation Bonconica.

■         Flonheim zeigt unter dem Motto „2000 Jahre römische Steinbrüche“ eine Dauerausstellung zum Flonheimer Sandstein und den römischen Steinbrüchen an der Römerstraße Worms-Bingen. Zu sehen ist ferner eine Sonderausstellung zur Technik der Luftbildarchäologie und eine Präsentation neuer römischer Besiedlungsspuren bei Flonheim.

■         In Guntersblum kann noch ein Teilstück einer Römerstraße an der alten B9 im Gelände besichtigt werden. Die einst von Mainz nach Worms verlaufende und auf der spätantiken Straßenkarte der Tabula Peutingeriana verzeichnete Trasse, ist ein wichtiger Mosaikstein für die Rekonstruktion der antiken Verkehrsinfrastruktur Rheinhessens und zeigt, wie gut vernetzt schon damals die ländlichen Regionen mit den urbanen Zentren waren.

■         Römischer Gutshof, fränkische Begräbnisstätte, frühmittelalterliche Kirche – nirgendwo sonst in Rheinhessen sind funktionaler Wandel und kultureller Einfluss an einem Ort besser fassbar als in der Georgskapelle in Heidesheim. Anhand des architektonischen Befunds lassen sich dort unterschiedliche kulturelle Einflüsse über einen längeren Zeitraum hinweg nachvollziehen. Führungen beleuchten die Georgskapelle im Spiegel 2000-jähriger Geschichte am Rhein.

■         Das Ingelheimer Museum bei der Kaiserpfalz gewährt dieses Jahr einen Einblick ins Marschgepäck der Legionäre. Wie ein Legionär gekleidet war, was er auf dem Marsch so alles bei sich trug, wird in einem Workshop gezeigt. Zudem werden im Museumshof römische Kinderspiele angeboten.

■         Das Römisch-Germanische Zentralmuseum hat den 29. April zum Familiensonntag ausgerufen. Jung und Alt erfahren allerhand Wissenswertes darüber, wie die Römer im 4. Jh. n. Chr. die „nasse Grenze“ des Reiches vor Eindringlingen schützten. Die Besucher/Innen tauchen in die Zeit ein, in der auch die Mainzer Römerschiffe, die im Museum als Nachbauten besichtigt werden können, auf dem Rhein Patrouille fuhren.

■         Am Bettelpfad in Mainz-Weisenau können im dortigen Freilichtmuseum eine römische Militärstraße, eine Grabanlage mit Grabbeigaben sowie ein römischer Töpferofen besichtigt werden. Das Areal heißt seit 2015 „Pater-Fuchs-Platz“, in Würdigung der Leistungen dieses Mannes bei der Erforschung des historischen Mainz. Über diese wird in den Führungen berichtet.

■         In Mauchenheim gibt ein Familienvortrag Auskunft darüber, wie und warum die Römer Straßen bauten. Daneben gibt es einen Workshop: „Malen, Basteln, Spiele für Groß und Klein“ sowie die Gelegenheit, römischen Gewürzwein zu verkosten.

■         In Mommenheim beleuchten zwei wissenschaftliche Vorträge römische Verkehrs-wege aus unterschiedlicher Perspektive: Unter archäologisch-denkmalpflegerischem Aspekt wird gezeigt, dass viele ‚Römerstraßen‘ erst durch die Eintragung in moderne Topografische Karten zu solchen wurden. Ein numismatischer Beitrag beleuchtet Verkehrswege im Lichte römischer Münzen. Originalmünzen werden präsentiert, erläutert und hinsichtlich ihrer Bilddarstellungen und Legenden interpretiert.

■         Ein besonders bedeutendes Zeugnis aus der Römerzeit auf rheinhessischem Boden stellt das Sironabad in Nierstein dar. Vor Ort gefundene Votivgaben und Münzen sowie ein Weihestein zeugen von der damals starken Frequentierung dieses der keltischen Quell- und Heilgöttin Sirona geweihten Thermalbads – und von der heilenden Wirkung seiner Schwefelquelle, von der sich Gichtkranke Linderung ihrer Leiden erhofften. Fachkundige Führungen vermitteln Einblicke in die gallo-römische Kulturgeschichte.

■         In Oppenheim zeigt das Deutsche Weinbaumuseum anhand von Originalfunden, wie der Weinbau in Rheinhessen zur Römerzeit ausgesehen hat, welche Rebsorten damals kultiviert wurden, wie der Wein auf den Tisch kam und welche technischen Arbeitsprozesse bei der Weinherstellung anfielen.